Die 5 schönsten Weihnachtsfilme

    21.12.2016 von Katharina Kottik

    Nicht alles, was traditionell an Weihnachten im Fernsehen läuft, ist wirklich ein Weihnachtsfilm und ebenso geht vieles als ebensolcher durch, weil es zufällig an Weihnachten spielt. Aber nur weil in "Stirb Langsam" und "Gremlins" mal ein Tannenbaum zu sehen ist, sind sie noch lange keine Weihnachtsfilme. Wir haben fünf weihnachtliche Filme zusammengestellt, bei denen für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte:
     

    5. „Verrückte Weihnachten“

    In einer US-amerikanischen Vorstadt das Weihnachtsfest zu boykottieren, erweist sich für das Ehepaar Krank in dieser Adaption des Romans „Das Fest“ von John Grisham (ja, derselbe John Grisham, der sonst Justizthriller schreibt) als ausgesprochen schlechte Idee. Dabei war der anfängliche Plan im Grunde simpel und wirkte nicht so, als ob er scheitern könnte: Weil Tochter Blair (Julie Gonzalo) sich fürs Friedenscorps verpflichtet hat, beschließen ihre Eltern, Luther (Tim Allen) und Nora (Jamie Lee Curtis), all das Geld, was sie sonst für Weihnachtsdeko, Essen, Geschenke und dergleichen ausgegeben hätten, in eine Kreuzfahrt zu investieren. Weihnachten ausfallen lassen? Das gefällt den Nachbarn gar nicht. So entbrennt dann ein absurder und zugleich einfallsreicher Kleinkrieg zwischen den Kranks und ihren Nachbarn. Die Kranks schlagen sich dabei so gut, dass sie in arge Bedrängnis kommen, als sich Blair meldet und verkündet, sie käme über die Feiertage nach Hause und freue sich schon auf Weihnachten im Kreis der Familie. 

    Obgleich der Film – wie so oft – hinter der Vorlage zurücksteht, ist er doch eine wunderbare Persiflage auf den weihnachtlichen Konsumirrsinn und US-amerikanische Vororte. Allerdings ist es irgendwie äußerst irritierend, dass Tim Allen mal nicht versucht, Doc Johnson mit seiner Weihnachtsdekoration zu übertrumpfen. 
     

    4. Die vielen Adaptionen von Charles Dickens’ „A Christmas Carol“

    Da es wohl kaum jemanden gibt, der noch nie eine Adaption der Geschichte des geizigen Ebenezer Scrooge, der in der Nacht von Heiligabend auf Weihnachten von drei (streng genommen vier) Geistern heimgesucht wird, gesehen hat, wagen wir an dieser Stelle doch mal einen Blick auf die populärsten und besten Adaptionen dieses Weihnachtsklassikers: 
    Die Verfilmung von Brian Desmond Hurst aus dem Jahre 1951 war zwar nicht die erste Adaption, gilt aber bis heute als eine der werkgetreuesten. Der Cutter dieser Verfilmung, Clive Donner, führte 1984 bei einer weiteren Filmfassung des populären Romans Regie. Einer der nach wie vor beliebtesten Weihnachtsfilme überhaupt ist die modernisierte Fassung des Stoffes: In „Die Geister, die ich rief…“ von 1988 gibt Bill Murray mit Francis Cross einen Scrooge für das 20. Jahrhundert. „Disneys Eine Weihnachtsgeschichte“ ist zwar auch schon sieben Jahre alt, aber dennoch die neueste Verfilmung von Bedeutung, aber auch die polarisierendste. Der komplette Film wurde mit Motion Capturing computeranimiert und fast alle Rollen werden so von Jim Carrey gespielt. Tricktechnisch ist der Film sehenswert und durchaus werkgetreu, aber wohl doch mehr technische Spielerei als ambitionierte Neuverfilmung. 

    Neben diesen Weihnachtsfilmen existieren auch zahlreiche an Dickens Roman angelehnte Fassungen mit bereits etablierten Charakteren. Die wohl bekanntesten sind „Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ und „Mickys Weihnachtserzählung“. Eine der originellsten Fassungen stammt aus dem Jahre 2010, denn in jenem Jahr nahm sich die britische Kult-Serie „Doctor Who“ in ihrem traditionellen Weihnachtsspecial dem Stoff an: Um das Leben seiner Freunde zu retten, muss der Doctor (Matt Smith) den verbitterten, alten Karzan Sardick (Michael Gambon) zu einem besseren Menschen machen. Dafür schlüpft er selbst in die Rolle des Geists der vergangenen Weihnacht. „Fest der Liebe“ (so der deutsche Titel der Episode) ist die wohl weihnachtlichste Folge von „Doctor Who“, was nicht heißt, dass all die anderen nicht sehenswert wären. 
     

    3. “Terry Pratchett’s Hogfather“

    Für all jene, die es gerne ein wenig morbide mögen, schwarzen, britischen Humor schätzen und „The Nightmare Before Christmas“ wie dessen Regisseur selbst als Halloween-Film einstufen, ist die Adaption des Scheibenwelt-Romans „Schweinsgalopp“ aus der Feder von Terry Pratchett genau der richtige Film zum Fest. 

    Das Äquivalent der Scheibenwelt zu unserem Weihnachtsmann, der Schneevater (im englischen Original:Hogfather), ist verschwunden und so springt eine andere gottähnliche Entität für ihn ein: der Tod (Marnix van der Broeke/Ian Richardson). Während also der Tod mit seinem treuen Assistenten Albert (David Jason) Geschenke verteilt, macht sich seine Enkelin Susan Sto Helit (Michelle Dockery) auf die Suche nach jenen, die dem Schneevater den Garaus machen wollen, und kommt dabei einer Verschwörung auf die Spur. 
    Die aufwendige TV-Produktion ist nach wie vor mehr ein Geheimtipp, der vor allem Nerds und Fans des Fantasy-Genres ein Begriff ist. Dabei ist der Film voll origineller, fantasievoller Einfälle und verfügt über einen hintergründigen und zugleich oft herrlich absurden Humor, der ihn von anderen Weihnachtskomödien klar abhebt.
     

    2. „Das Wunder von Manhattan“

    Filme über und mit dem Weihnachtsmann gibt es viele und unter ihnen sind viele Weihnachtsklassiker, aber kaum einer erfreut sich so nachhaltiger Beliebtheit wie „Das Wunder von Manhattan“ von 1947 und dessen Remake von 1994, das gerade unter den Jüngeren noch weit populärer sein dürfte. Für viele ist Sir Richard Attenborough DER Film-Weihnachtsmann schlechthin... sofern er nicht gerade Dinosaurier klont. 
    In beiden Filmen springt der liebenswerte, herzliche und leicht verrückt wirkende Kris Kringle (Edmund Gwenn bzw. Sir Richard Attenborough) bei der Thanksgivingparade eines New Yorker Kaufhauses für deren Weihnachtsmann ein. Dabei wirkt er so glaubwürdig, dass er als neuer Kaufhausweihnachtsmann eingestellt wird. Kringle liegen die Kinder so sehr am Herzen, dass er die Eltern teilweise zur Konkurrenz schickt, wenn diese ihm erklären, das gewünschte Spielzeug sei zu teuer. Genau das führt aber dazu, dass die Eltern bei Kringles Arbeitgeber kaufen. Die Konkurrenz will den alten Mann deshalb aus dem Weg räumen und so trifft es sich gut, dass Kringle nicht nur den Weihnachtsmann spielt, sondern tatsächlich glaubt, er wäre der Weihnachtsmann. Aber wer weiß, vielleicht ist er es ja tatsächlich... ? 

    Dass eben diese Frage bis zum Ende des Films nie gänzlich beantwortet wird, ist sicher eine seiner größten Stärken. Wie die übrigen Charaktere im Film sieht sich der Zuschauer mit der Frage konfrontiert, ob er an den Weihnachtsmann glaubt oder nicht. Dadurch wirkt der Film auch nicht so zuckersüß verklärt oder überzeichnet wie andere Filme mit und über Santa Claus, sondern erhält sich etwas magisches. 

    1. „Tatsächlich... Liebe“

    Der britische Meister der romantischen Komödie, Richard Curtis, erschuf mit „Tatsächlich… Liebe“ einen Episodenfilm, der es schafft, auf eben jenem schmalen Gart elegant entlang zu wandeln, an dem sowohl Liebes- als auch Weihnachtsfilme allzu oft scheitern: Der Film ist romantisch und geht ans Herz, ohne jemals in Kitsch abzugleiten. Die neun kunstvoll miteinander verwobenen Geschichten über das Finden der Liebe während der Weihnachtsfeiertage besitzen eine wunderbare Leichtigkeit und suchen das Außergewöhnliche im Alltäglichen. 

    Die Besetzung des Films ist zudem mehr als hochkarätig: Bill Nighy brilliert als exzentrischer Alt-Rocker Billy Mack.Hugh Grant, der in gewisser weise zu Curtis’ Stammensemble gehört, gibt den britischen Premierminister David. In seiner Rolle als Familienvater Harry muss sich der in diesem Jahr leider verstorbene Alan Rickman zwischen seiner von Emma Thompson gespielten Ehefrau und einer Affäre mit seiner Sekretärin Mia (Heike Makatsch) entscheiden. Liam Neeson spielt einen alleinerziehenden Stiefvater, dessen Frau an Krebs gestorben ist und deren Sohn (Thomas Sangster) sich nun in eine Austauschschülerin verliebt hat. In weiteren Rollen zu sehen: Keira Knightley, Colin Firth, Laura Linney, Billy Bob Thornton, Rowan Atkinson, Martin Freeman und January Jones.